NS-Dokumentationszentrum München

On Tyranny. Zwanzig Lektionen für den Widerstand – Ausstellung 1.10.2021 bis 30.1.2021

Wechselausstellung. Mit Nora Krug und Timothy Snyder

Timothy Snyders 2017 veröffentlichter Band „On Tyranny“ erregte international Aufsehen. Im Rückblick auf wichtige demokratische Momente der europäischen Geschichte (1918, 1945, 1989) und vor dem Hintergrund aktueller politischer Geschehnisse in den USA verdeutlicht der Historiker und Yale-Professor Timothy Snyder, dass es immer wieder einer aufmerksamen Zivilgesellschaft bedarf, um autoritären Bedrohungen entgegenzutreten. Gruppendruck widerstehen, Institutionen verteidigen, Phrasen vermeiden, Fakten prüfen… Die präzisen Verhaltensvorschläge Snyders animieren dazu, Fragen zu stellen und politische Diskussionen zu beginnen – im besten Fall regen sie an zum Handeln im Sinne einer wehrhaften Demokratie.

Die preisgekrönte Künstlerin und Autorin Nora Krug wurde in Karlsruhe geboren und lebt seit fast 20 Jahren in New York. Sie begibt sich immer wieder auf die Suche nach Spuren, nach Verkörperungen individueller Erinnerungen, die die NS-Zeit hinterlassen hat – um auf diese Weise nicht zuletzt auch ihre eigene Herkunft und Identität besser zu verstehen. In ihrem Buch „Heimat. Ein deutsches Familienalbum“ (erschienen 2018 im Penguin Verlag) unternahm Krug eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer eigenen Familie. Derzeit illustriert Nora Krug Snyders Appell zum Handeln und fügt seinen Strategien gegen Populismus und autoritäres Führertum eine künstlerische Perspektive hinzu. Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten kombiniert sie mit Fotografien und Archivstücken und kreiert so einen völlig neuen, künstlerischen Zugang zu den Thesen Snyders. Die illustrierte Ausgabe von „Über Tyrannei. Zwanzig Lektionen für den Widerstand“ erscheint am 4. Oktober 2021 im Verlag C.H.Beck.

In der Ausstellung, die auf den Illustrationen Nora Krugs sowie ihrer Beschäftigung mit historischen Erfahrungen und politischem Handeln der Gegenwart beruht, treten Zitate Snyders in Dialog mit den Originalzeichnungen und Collagen der Künstlerin. Die Präsentation wird als Intervention in der Ausstellung „München und der Nationalsozialismus“ des NS-Dokumentationszentrums zu sehen sein.

Darüber hinaus werden Fundstücke zu sehen sein, die Nora Krug bei ihren Recherchen auf Flohmärkten und in Antiquitätenläden aufgespürt hat. Ein Kommentar Nora Krugs zu ihrer Arbeitsweise verbindet die Ausstellungskapitel.

Informationen zur Ausstellung
NS-Dokumentationszentrum München.