NS-Dokumentationszentrum München
„Das Klassenfoto“. Ausstellung, 1.12.26 bis 16.1.28
Sonderausstellung
48 Kinder der dritten Klasse der Jüdischen Volksschule München, versammelt zum Klassenfoto im Schulhof mit ihrem Lehrer – eine Momentaufnahme aus dem Mai 1937. Es ist ein besonderes Ereignis für die Schüler*innen. Der Beginn eines neuen Schuljahrs wird festgehalten. Vielleicht können die Kinder für einen kurzen Augenblick den Alltag ausblenden, der ihr Leben seit einigen Jahren bestimmt. In München, der Stadt, in der der Nationalsozialismus aufstieg, sind Jüdinnen*Juden längst unerwünscht. Noch ahnen die Kinder aber wohl nicht, dass ihre Lebenswege bald gewaltsam auseinandergerissen werden.
Das Foto ist Ausgangspunkt für eine intensive Spurensuche. Die Ausstellung geht den Lebenswegen der Kinder nach. Sie fragt nach Überlebensstrategien, Fluchtwegen, Fremdheits- und Verlusterfahrungen und dem Ankommen im Neuen. Und sie erzählt von jenen, denen die Flucht versperrt blieb, der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen, und in der wachsenden Not Halt beieinander fanden. Dabei eröffnen sich übergeordnete Fragen: Was bedeutet es, in unmenschlichen Zeiten Kind zu sein? Wie prägen Heimatverlust und Zwangsmigration die davon betroffenen Menschen? Und wie wirken diese Erfahrungen in den Familien nach?
Die Ausstellung basiert auf einer Idee und den Recherchen der Historikerinnen Kristina Milz und Julia Schneidawind, deren Buch „Klassenfoto 1937. Die Geschichte einer jüdischen Schulklasse“ im September 2026 im Verlag C.H.Beck erschienen ist.
Ort
NS-Dokumentationszentrum München
Weitere Informationen
https://www.nsdoku.de
(Foto: NS-Dokumentationszentrum München, Connolly Weber Photography)