Schullandheim Waldkraiburg und mehrwert DEMOKRATIE

Erinnerung schafft Verantwortung: Demokratiekurs zum Thema Integration und Inklusion

Eckdaten

Thema: Aus der Geschichte lernen: Erinnerung schafft Verantwortung. Inklusion und Integration statt Separation

Zielgruppe: ab der 9. Jahrgangsstufe für alle weiterführenden Schularten

Teilnehmende: ca. 20-50 Personen

Dauer: Ganzwochenkurs (vier Übernachtungen)

Zeitraum: Montag, 22.2.2027 bis Freitag, 26.2.2027

Ort: Schullandheim Haus Sudetenland, Keplerweg 2A, 84478 Waldkraiburg

Kursleitung: mehrWERT Demokratie

Projekthintergrund
„Aus der Geschichte lernen“ heißt im Sinne einer Erinnerungskultur, historische Ereignisse und Entwicklungen nachzuvollziehen und zu verstehen, um aktuelle Fragen und Probleme besser einzuordnen, einen differenzierten Blick auf Ursachen und Zusammenhänge zu gewinnen, aus Fehlern Konsequenzen zu ziehen und auf dieser Basis Lösungsansätze und Handlungsoptionen zu erarbeiten. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag zur demokratischen Identitätsbildung und zur Förderung des Verantwortungsbewusstseins mit Blick auf die Zukunft geleistet.

Eine gerechte demokratische Gesellschaft basiert auf dem Zusammenleben all ihrer Mitglieder. Integration und Inklusion in den gemeinschaftlichen Alltag sind dabei zentrale Voraussetzungen für gesellschaftliche Teilhabe. Die Geschichte Waldkraiburgs und seiner Umgebung zeigt exemplarisch, wie wertvoll Integration und Inklusion für die Allgemeinheit sind. Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es hier zu schweren Verbrechen an Zwangsarbeitern und Menschen mit Behinderungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg prägten Geflüchtete und Heimatvertriebene den Aufbau der Stadt und ihrer Umgebung und legten erfolgreich den Grundstein für die heutige moderne Industriestadt.

Lernen am historischen Ort
Das Schullandheim Waldkraiburg Haus Sudetenland ist selbst Teil der Geschichte der Heimatvertriebenen und kooperiert seit vielen Jahren mit dem Projekt mehrWERT Demokratie. Durch seine Nähe zum Stadtzentrum bietet es einen idealen Ausgangspunkt, um Geschichte am authentischen Ort erlebbar zu machen – ein zentrales Ziel des Demokratiekurses.

Projektinhalte
Demokratischer Pluralismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt stehen bei diesem Themenschwerpunkt im Fokus. Der Umgang mit Vielfalt wird am Leben von Menschen mit Einschränkungen aufgezeigt. Ausgangspunkt ist die Geschichte der Stiftung Ecksberg: In der früheren „Heil- und Pflegeanstalt“ fanden in der NS-Zeit Krankenmorde statt.

Integration statt Separation
Die junge Geschichte der Stadt Waldkraiburg zeigt beispielhaft zwei gesellschaftspolitische Pole – einerseits die Ausbeutung von Menschen anderer Herkunft und Religion in Zwangsarbeitslagern vor Ort durch die Nationalsozialisten, andererseits das Zusammenleben in einer kulturell pluralen Stadtgesellschaft, das sich nach der Ankunft von Vertriebenen seit 1945 entwickelt hat. Die Teilnehmenden lernen, aus den historischen Begebenheiten Schlüsse für unsere Werte und für die Gestaltung unserer gegenwärtigen demokratischen Gesellschaft zu ziehen. Sie erarbeiten ein eigenes Projekt zum Thema.

Förderung und Kosten
Träger des aus dem Wertebündnis Bayern hervorgegangenen Bildungsprogramms mehrWERT Demokratie ist das Bayerische Schullandheimwerk e.V., Dachverband von bayernweit 28 Schullandheimen. Gefördert wird mehrWERT Demokratie vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Die Zielgruppe bilden Jugendliche und junge Erwachsene in Schule und Ausbildung aller Schularten, Lehrkräfte und weitere Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in der schulischen und außerschulischen Jugendarbeit.

Übergeordnete Ziele von mehrWERT Demokratie sind die Förderung einer demokratischen Wertehaltung, die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen sowie die Motivation zu Engagement und Partizipation. In der Konzeptentwicklung, Organisation und Durchführung wird das Bayerische Schullandheimwerk von Valentum Politische Bildung, einer Regensburger Agentur für politische Kommunikation und politische Bildung, unterstützt.

Kosten
Für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler fällt ein Programmkostenanteil von 40,00 Euro an (Abdeckung aller Kosten der Programmgestaltung, -organisation und Durchführung) sowie die Reise- und Aufenthaltskosten im Schullandheim.

Kontakt für Erstanfragen
Bayerisches Schullandheimwerk, Katharina Erlenwein. Rückersdorfer Str. 43, 90552 Röthenbach/Pegnitz, Telefon 0911 5404054, E-Mail katharina.erlenwein@bshw.de