Ortsmuseum Tutzing
„Der Garten. Max-Peter Meyer, Komponist und Fotograf. Die Tutzinger Jahre vor 1933.“ Ausstellung, 3.3.26 bis 31.8.26
Eine Ausstellung von Regine Petersen
Der Name Max-Peter Meyer (1892–1950) ist heute wohl nur wenigen in Tutzing bekannt. Der aus einer jüdischen Familie in München stammende Komponist und Musikpädagoge Max-Peter Meyer (1892–1950), der später zum katholischen Glauben übertrat, lebte ab 1925 im Gartenhaus Lettner am damaligen Thomaplatz 28 in Tutzing.
Die von Regine Petersen konzipierte Ausstellung zeigt eine Auswahl von Fotografien aus Meyers Tagebüchern und legt den Fokus auf die 1920er Jahre. Die Aufnahmen eröffnen einen Blick auf die Zeit, die rückblickend zu der unbeschwertesten seines Lebens zählt.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten änderte sich Meyers Leben grundlegend. Während der Novemberpogrome 1938 wurde er an seinem Wohnsitz in Oberammergau von SA-Männern überfallen und durch das Dorf getrieben. Der Mob übergab ihn der Gestapo, die ihn im KZ Dachau internierte. Mit Hilfe der Abtei Ettal gelang ihm die Emigration nach England, wo er sein Musikstudium fortsetzte.
Doch schon 1940 wurde sein Leben erneut erschüttert: Als enemy alien deportierte ihn die britische Regierung mit rund 2000 weiteren, überwiegend jüdischen Flüchtlingen nach Australien. Im Internierungslager Tatura entstanden weitere Kompositionen, u.a. das Tanzspiel „Der Garten“, welches der Ausstellung ihren Titel gibt. Nach dem Krieg kehrte Meyer nach Tutzing zurück. Im November 1950 starb der Künstler im Alter von 58 Jahren.
Veranstalter und weitere Informationen
https://tutzing.de/ortsmuseum/
Ort
Ortsmuseum Tutzing, Graf-Vieregg-Str. 14 (Thomaplatz), 82327 Tutzing
Öffnungszeiten
Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag, 14-17 Uhr
Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung
(Bildnachweis: Ortsmuseum Tutzing, Ausschnitt)